20 ,Mär          By Oliver Schaeben

Auf der Homepage von „LeanArondtheClock“ ist es perfekt beschrieben: Das “LeanAroundTheClock“ bricht mit allen Regeln üblicher Veranstaltungen: keine Namensschilder, keine Pausen und somit mehr als 24 Stunden volles Programm. Am 8. + 9. März 2018 waren in Mannheim mehr als 500 Lean-Enthusiasten inklusive meiner Wenigkeit am Start – über 500 Lean-Freaks, wie wir uns liebevoll nennen. Das „LeanAroundTheClock“ ist hierarchiefreie Zone: Jeans statt feinem Zwirn und Begegnung auf Augenhöhe waren auch im Rahmen des #LATC2018 angesagt. 28 Impulsbeiträge zeigten uns, wie der Weg zu einer Lean-Organisation funktionieren kann.

Quelle: LATC

 

Was hat jetzt dieses Lean-Event mit Recruiting zu tun? Und was hatte ich als Personalberater dort auf der Bühne zu suchen? Ganz einfach: Lean bedeutet – laut Wikipedia und nach meinem Verständnis – „Werte ohne Verschwendung zu schaffen“. Ziel ist es, alle Aktivitäten, die für die Wertschöpfung notwendig sind, optimal aufeinander abzustimmen und überflüssige Tätigkeiten zu vermeiden.

“Lean” im Recruiting-Prozess

Ihr alle wisst es: Stellen zu besetzen, bedeutet immer einen enormen Aufwand, viel Zeit und Manpower. Viele Unternehmen scheuen diesen Prozess und gehen ihn nur halbherzig oder mit den falschen Mitteln an. Sie „verschwenden“ damit nicht nur ihre eigenen Ressourcen, sondern häufig auch den Kandidaten, der sich bei ihnen bewirbt – oder hätte bewerben können. … wenn der Prozess zeitgemäß und mit einer gesunden Mischung aus Technologie und Menschenverstand angegangen worden wäre.

Meine These: Jeder Prozessschritt ist grundsätzlich auf die Individualität bzw. die Perspektive des Kandidaten hin zu hinterfragen. Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich darüber den ganzen Tag diskutieren könnte. Auf dem LATC2018 hatte ich leider nur 30 Minuten J für meinen Vortrag „Smart Recruiting – oder wie sehr steht der Mensch wirklich im Mittelpunkt von Unternehmen“. Hier geht’s zur Aufzeichnung:

https://www.youtube.com/watch?v=VIxHiSN4V9I

https://leanbase.de/latc2018/talks/smart-recruiting-oder-wie-sehr-steht-der-mensch-wirklich-im-mittelpunkt-der-unternehmen

Quelle: LATC

Warum das LATC für mich so viel Sinn macht – und Ihr nächstes Jahr dabei sein solltet

Als ich Ralf Volkmer vor knapp 5 Jahren kennenlernte und er mit meinem damaligen Team die FIS (Fabrik im Seminarraum) in Hannover durchführte, hätte ich die weiteren Entwicklungen nicht für möglich gehalten. Seit unserer Zusammenarbeit war ich zweimal auf seiner Veranstaltung „Symposium Change to Kaizen“, habe das erste LATC2016 krank aus dem Bett im Livestream verfolgt und war letztes Jahr erstmals als Teilnehmer auf dem LATC im Publikum dabei.

Hierarchiefreie Zone im Wohnzimmer
Mein Post vom Krankenbett ging damals quasi viral 🙂

 

2016 hat mich die Veranstaltung schon fasziniert, auch ohne die Stimmung und das Miteinander live vor Ort miterleben zu können. Warum? Die Vorträge, die Moderation, die Interviews fühlten sich anders an: Nahbar, authentisch und auf Augenhöhe. Mit einer faszinierenden Offenheit für Fehler und Rückschläge.

2017 war ich dann erstmals in „Monnem“ live vor Ort und die Atmosphäre in der „Alten Feuerwache“ packte mich vom ersten Augenblick. Dazu das Konzept: Keine geplanten Pausen und ein Feuerwerk an Vorträgen bis spät in den Abend, und am zweiten Tag ab sehr früh morgens – „Lean Around The Clock“ eben“.

Ganz besonders reizte mich die „hierarchiefreie Zone“. Ich wollte erleben, wie nahbar die Referenten wirklich sind und mit ihnen ins Gespräch kommen. Und dann natürlich die Redner und ihre Themen: Beiträge über „Augenhöhewege“, Lösungsfindung durch die „Freikopfler“, Andreas Zeuch von den „Unternehmensdemokraten“, Conny Dethloff mit seinem Vortrag aus der Otto-Welt und Stephanie Borgert über die „Denkfehler 4.0“ fesselten mich besonders. Sie waren einfach sehr persönlich, nachvollziehbar und in einer Sprache, die jeder versteht.

Auf der Veranstaltung selbst habe ich es zwar nicht geschafft, alle Protagonisten persönlich anzusprechen, aber im Nachgang kam man über die sozialen Medien in einen regen Austausch. So durfte ich beispielsweise im Oktober 2017 mit Silke Luinstra (Augenhöhewege) vor einer Hamburger Schulklasse über meine beruflichen Stolpersteine sprechen. Es war klasse zu erleben, wie dankbar Schüler, die kurz vor dem Schulabschluss stehen, diese Erfahrungen aufnahmen, um ihre eigene berufliche Zukunft klarer zu planen.

Als Ralf mir vorschlug, dass ich auf dem #LATC2018 einen Vortrag halten könne, konnte ich also gar nicht anders, als zusagen. Ich wollte wie andere Referenten Impulse setzen, zum Nachdenken anzuregen und Verhaltensmuster spiegeln. Auf humorvolle Art und Weise sollten sich meine Zuhörer „ertappt“ fühlen. Nach den Reaktionen zu urteilen, ist mir das an vielen Stellen auch gelungen.

In den Gesprächen nach meinem Vortrag lag der Schwerpunkt übrigens auf dem Thema Technologie, insbesondere Video-Bewerbungen, deren Einsatz immer wieder in Bezug auf einen sinnvollen Einsatz zu diskutieren ist. Sehr spannend.

Besonders happy bin ich im Nachhinein auch über das offene und auch kritische Feedback zu meinem Vortrag und all die spannenden Gespräche mit den Lean-Freaks. Andreas Zeuch, Daniala Röcker, Marc A. Putz, Frederic Jordan, Dirk Rosenkranz und auch Mark Lambertz (in einem Taxi nach Düsseldorf J) – Danke für Eure offenen und ehrlichen Worte sowie den inspirierenden Austausch.

Doch es gibt für mich auch noch Luft nach oben in Bezug auf das Networking mit spannenden Persönlichkeiten – z.B. mit einem „zwinkernden Blick“ in Richtung Ilka Froböse (Hotel & Gastronomie verbindet), Bodo Antonic, Guido Bosbach, Heiko Bartlog, Christoph Karsten und nicht zuletzt Stephanie Borgert.

Und genau deshalb komme ich auch zum #LATC2019 wieder – vielleicht als Besucher, eventuell wieder als Redner auf der Bühne oder als „Host“ einer der neuen Themenboxen, denn Beispiele und spannende Themen aus meinem beruflichen Erfahrungsschatz gibt es noch so viele!

Und natürlich würde ich mich freuen, den ein oder anderen von Euch dort zu treffen! Eigentlich Pflichtprogramm!!

 

Quelle: LATC

 

In diesem Sinne, auf das Klasse(n)treffen in 2019. Ich freue mich drauf!

Euer
Oliver Schaeben

P.S. Die Warteschlange an der Kaffeemaschine war für mich Teil des geplant-ungeplanten Netzwerk-Datings – „alle 11 Minuten verliebte sich ein Teilnehmer in einen frischen Kaffee“