27 ,Nov          By Anna

Die meisten Stellenanzeigen sind generisch und gähnend langweilig. Sie enthalten kaum relevante Informationen für Bewerber, zu viele Floskeln, nichtssagendes Marketing-Geplänkel und überzogene Forderungen an Bewerber.

Stellenanzeigen sind aus meiner Sicht schlichtweg wirkungslos. Sie sind nicht nur einfallslos, sondern auch teuer. Und sie erreichen nur die aktiv suchenden Kandidaten, die je nach Branche nur 20-25% aller potenziellen Kandidaten ausmachen. Die wirklich interessanten Kandidaten für Ihr Unternehmen sind passiv. Das heißt, sie haben gute und herausfordernde Jobs, fühlen sich im aktuellen Unternehmen wohl und sind nicht aktiv auf der Suche nach einem neuen Job.

Wer im Kampf um die Besten gewinnen möchte, muss deshalb heute proaktiv auf die Suche gehen und Wunschkandidaten direkt ansprechen – und dann ganz viel Überzeugungsarbeit leisten, warum der Kandidat unbedingt in ihrem Unternehmen anfangen sollte. Dies kann eine klassische Stellenanzeige nicht leisten!

Aber wir wollen das Kind (noch) nicht mit dem Bade auskippen…. 😉 Klassische Stellenanzeigen gehören heute natürlich noch in den HR-Marketing-Mix der meisten Unternehmen.
Unsere Empfehlung: Stellen Sie Ihre Stellenanzeigen auf den „Prüfstand“!

Finden Sie die richtigen Worte! Bewerben auch Sie sich als Unternehmen bei den Kandidaten und beantworten Sie die potenziellen Fragen eines Kandidaten so weit wie möglich schon in Ihrer Anzeige. Nehmen Sie sich Zeit! Kopieren Sie nicht nur einfach Formulierungen des Wettbewerbs, sondern arbeiten Sie heraus, was die Rolle und Ihr Unternehmen so attraktiv machen. Vermitteln Sie nicht nur Fakten, sondern vor allem ein Gefühl dafür, wie es ist, in Ihrem Unternehmen zu arbeiten.

Hier unsere Tipps, wie Sie Ihre Anzeigen kurzfristig optimieren können:

Die 5 relevanten Fragen

Nur das Unternehmen, das in seiner Stellenanzeige die grundsätzlichen Fragen eines jeden Kandidaten beantwortet, hat überhaupt eine Chance:

Wer sind wir?

Wen suchen wir?

Was erwarten wir?

Was bieten wir?

Wie funktioniert die Bewerbung?

1. Wer sind wir:
Die Vorstellung des Unternehmens

Präsentieren Sie Ihr Unternehmen als außergewöhnliche Firma. Gehen Sie dabei ganz konkret auf Ihre Eigenschaften als Arbeitgeber ein. Machen Sie deutlich, was Sie von anderen Unternehmen unterscheidet. Verzichten Sie auf nüchterne Aneinanderreihungen von Zahlen und Fakten. Und auf Schönfärberei. Seien Sie authentisch und wecken Sie Emotionen. Das gelingt, indem Sie konkret werden und Gesicht zeigen. Behalten Sie dabei auch immer Ihre Zielgruppe im Fokus. Je spezifischer der Text auf diese zugeschnitten wird, desto höher sind die Chancen auf viele passende Bewerbungen.

We are hiring

2. Wen suchen wir:
Die Rolle

Der richtige Jobtitel ist hier schon mal essenziell. Formulieren Sie den Titel so exakt und so „gängig“ wie möglich. Nur so werden Sie von Suchmaschinen und von Ihrer Zielgruppe auch tatsächlich gefunden.

Stellen Sie dann die Verantwortungsbereiche und die Aufgaben so konkret wie möglich, kurz und verständlich dar. Beschreiben Sie ganz deutlich, was zu tun ist und worin die Herausforderungen liegen.

Geben Sie an dieser Stelle ruhig ein paar „Interna“ preis: Wie ist der Bereich strukturiert, wie groß ist er? Was genau gehört hier zum Tagesgeschäft, wie sieht ein Arbeitstag hier aus? Das sind die Fragen, die Bewerber interessieren.

3. Was erwarten wir:
Das Anforderungsprofil

Die fachlichen und persönlichen Anforderungen an den Kandidaten sollten treffend formuliert und übersichtlich präsentiert sein. Ersetzen Sie generische Worthülsen wie teamfähig, belastbar und flexibel mit wirklich differenzierenden Fähigkeiten und Eigenschaften. Verzichten Sie dabei unbedingt auf überzogene Listen von Skills und Erfahrungen, die kein Bewerber erfüllen kann.

4. Was bieten wir:
Unsere Leistungen

Hier ist Platz für Argumente, die zeigen, warum die Arbeit in Ihrem Unternehmen etwas Besonderes ist. Erwähnen Sie beispielsweise Ihre flexiblen Arbeitszeitmodelle, das positive Arbeitsumfeld, Angebote für die Mitarbeiter und natürlich die Vergütung. Gerne echte Beispiele nennen, das gibt der Sache etwas Greifbares und weckt Emotionen.

5. Wie funktioniert die Bewerbung:
Die Orga

Keine Stellenanzeige sollte enden, ohne dass der Bewerber weiß, was Sache ist. Beschreiben Sie den Ablauf Ihres Bewerbungsprozesses, informieren Sie über Ansprechpartner, dessen Kontaktdaten, das gewünschte Dateiformat, die Bewerbungsfrist – und alles, was er sonst noch wissen muss, um sich bei Ihnen zu bewerben.

 

Unsere These lautet: „Passion beats profession“. Und Persönlichkeit sowieso. Das gilt in unseren Augen nicht nur für Kandidaten, sondern auch für Unternehmen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihren neuen Stellenanzeigen! Und lassen Sie uns wissen, falls Sie sich doch für die Direktansprache entscheiden sollten und wir Sie dabei unterstützen können.

Ihre Anna Jacobi