20 ,Okt          By Anna

Wir wissen, dass Job-Interviews nicht gerade zu den beliebtesten Ereignissen im Bewerbungsprozess gehören. Der Gedanke daran nervt und macht selbst Profis nervös. So mancher neigt dann zum Überschäumen, andere verfallen in Schockstarre. Dabei kann ein Bewerbungsgespräch auch Spaß machen. Denn schließlich geht es nicht nur darum, Dich selbst von der besten Seite zu zeigen. Du darfst das Gleiche auch von Deinem Gegenüber erwarten.
Mit unserem „kleinen Einmaleins fürs Vorstellungsgespräch“ zeigen wir Dir, wie ein Gespräch auf Augenhöhe gelingt.

1. Nimm Dir Zeit für die Vorbereitung

Die Mühe lohnt sich. Denn nur, wer genug über das Unternehmen weiß, wer weiß, was es ausmacht, wo es hin will und welche Leute dort eingestellt werden – der hat gute Chancen. Und zwar nicht nur, weil er konkrete Fragen zum Unternehmen smart beantworten kann. Sondern auch, weil gute Vorbereitung selbstsicher macht – und das strahlt man im Vorstellungsgespräch auch aus.
Wir empfehlen Dir, mit einem fertigen Konzept in der Tasche ins Gespräch zu gehen und eigene Ideen selbstbewusst einzubringen. Auch (positiv formulierte!) Kritik oder Optimierungsvorschläge werden Dir von guten Unternehmen nicht übel genommen werden, ganz im Gegenteil. Und unter uns: Wer damit nicht umgehen kann, hat Dich als Mitarbeiter nicht verdient.

2. Nicht zu viel quatschen

Klar: Das Vorstellungsgespräch dient (unter anderem!) Deiner Selbstpräsentation. Wer aber denkt, er müsse jede erdenkliche Chance nutzen, um etwas zu sagen und damit Kompetenz zu zeigen, der irrt sich. Denn zu viel Gerede zeugt eher von Angst und Unsicherheit.
Also versuche, Gesprächspausen auszuhalten. Pausen unterstreichen das Gesagte und lassen beiden Seiten Zeit zum Nachdenken. Außerdem wirkst Du souveräner und kompetenter. Keiner erwartet, dass Du alles weißt. Ein klares „Das weiß ich nicht.“ oder „Darüber muss ich kurz nachdenken.“ kommt besser an als Rumgestottere.

3. Beispiele helfen im Vorstellungsgespräch

Es ist gut, wenn Du viel von Dir und Deinen Leistungen zu berichten hast. Noch besser ist es aber, wenn Du genau beschreibst, was Deine Arbeit so gut macht. Bring im Vorstellungsgespräch konkrete Beispiele oder handfeste Ergebnissen aus dem echten Berufsleben an. Das hilft Deinem Gegenüber zu verstehen, was Du genau gemacht hast – und wie gut Du bist.

4. Fragen helfen auch

Denn letztendlich geht es darum, möglichst viel über das Unternehmen und die zu besetzende Rolle zu erfahren. Auch Dein Gegenüber muss zeigen, dass Ihr zusammen passt. Frag also nach der Strategie und den Unternehmenszielen – alles, was Du wissen musst, um ein möglichst schlüssiges Bild Deines potenziellen neuen Arbeitgebers zu erhalten.
Fachliche Fragen kommen natürlich auch immer gut an. Sie zeugen von Kompetenz und Wissbegierde und unterstreichen Deine Glaubwürdigkeit, Dein Fachwissen und Deine Auffassungsgabe.
Jedes Vorstellungsgespräch sollte also mit mindestens einer guten Frage enden. Nur Fragen zu Urlaub und Gehalt sind im ersten Vorstellungsgespräch natürlich tabu.

Kandidatin wird im Vorstellungsgespräch gegrillt

5. Sei konkret

Bewerbungsgespräche sind wie Dating. Der Hiring Manager und der Kandidat (!) müssen beide überzeugt davon sein, dass sie die „Richtigen“ füreinander sind.
Erkläre also ausdrücklich, warum Du das perfekte „Match“ für die Stelle bist. Prüfe aber umgekehrt auch, ob das Unternehmen wirklich zu Dir passt. Das kannst Du tun, indem du zeigst, was Dir an einem Job wichtig ist, was Dich (jobtechnisch) glücklich macht und wie Du Dir die Zusammenarbeit wünschst.

6. Bleib locker

Wenn Du im Laufe des Vorstellungsgesprächs mal nervös wirst – kein Problem! Das nimmt Dir keiner übel. Vorstellungsgespräche sind nun mal Stresssituationen für Körper und Geist. Sollte Dich der Stress aber übermannen, dann hilft es, wenn Du weißt, was Dich in solchen Situationen wieder runter bringt. Vielleicht kurz an was anderes denken, einmal tief durchatmen oder einen Schluck trinken. Nimm Dir die Zeit. Und dann weiter im Text.

7. Hiring Manager sind auch nur Menschen

Das Wichtigste zum Schluss: Die, die Dir beim Vorstellungsgespräch gegenüber sitzen, sind auch nur Menschen. Es ist ihr Job, Dich dabei zu unterstützen, das Beste aus Dir herauszuholen.
Und vergiss nicht: Das Unternehmen bewirbt sich auch bei Dir. Wenn Dir kein Respekt und Wertschätzung entgegengebracht wird und Du Dich unwohl fühlst, dann ist das kein gutes Zeichen. Oder wenn Du richtig auseinandergenommen und „gegrillt“ wirst – dann musst Du auch die Chance bekommen, dem Grillmaster auf Augenhöhe zu begegnen.

Wir wünschen Dir viel Erfolg und Spaß im nächsten Vorstellungsgespräch!